Unser Boden

Boden ist die oberste belebte Verwitterungsschicht der festen Erdrinde, die eine Vegetationsdecke zu tragen vermag.
Der Boden dient der Pflanze als Standort, Nährstoffquelle und Verankerungsmedium der Wurzeln.

Bodenbestandteile

Der Boden besteht im Allgemeinen aus fünf Bestandteilen (in % des Bodenvolumens) :

  • Mineralische Bestandteile (45 %)
  • Organische Bestandteile (7 – 10 %)
  • Bodenlebewesen (1 kg/ m² bzw. 10 t/ ha ; in 1 m² Wiesenboden leben 1 Billion Bodentiere und Mikroorganismen)
  • Bodenwasser (25 %)
  • Bodenluft (20 %)

Bodenarten

Die Bodenart wird durch den Anteil der verschiedenen Korngrößenfraktionen wie Sand, Schluff und Ton bestimmt.

Korngrößen werden nach DIN in die Kornfraktionen
des Grobbodens z. B. Grus, Schutte, Kiese und Geschiebe und
des Feinbodens z. B. Ton, Schluff und Sand eingeteilt.

In der Natur kommen reine Sande, Schluffe oder Tone nicht vor. Böden setzen sich immer aus Körnern verschiedenen Durchmessers zusammen Entsprechend dem prozentualen Anteil an Ton, Schluff und Sand lässt sich eine Bodenprobe einer Bodenart zuordnen.


Einteilung der Bodenart
in

leichte Böden (10 – 18 % Schluff und Ton, 82 – 90 % Sand):
Sandboden, anlehmiger Sand und lehmiger Sand

mittelschwere Böden (19 – 44 % Schluff und Ton, 56 – 81 % Sand):
stark lehmiger Sand, sandiger Lehm, milder Lehm

schwere Böden (über 45 % Schluff und Ton, weniger als 55 % Sand):
schwerer Lehm, Ton


Die Bodenart meiner Felder um Aufkirchen:

Sandiger Lehm mittel/ Ls3
L = Lehm s = sandig 3 = mittel

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Bodenartendreieck – Abgrenzung der Bodenarten


Bodeneigenschaften

Aus der Bodenart wird auf die Bodeneigenschaft geschlossen, wie z. B. Bearbeitbarkeit, Nährstofffesthaltevermögen und Wasserspeicherfähigkeit.

Eigenschaften eines Ls3 (35 % Schluff, 20 % Ton, 45 % Sand; siehe hierzu Abb. Bodenartendreieck):

  • mittlere Wasserdurchlässigkeit
  • hohe Speicherfähigkeit für pflanzennutzbares Bodenwasser
  • mittlerer Nährstoffgehalte und mittleres Nährstofffesthaltevermögen
  • gute Durchlüftung
  • mehr oder weniger gute Erwärmung und Durchwurzelbarkeit
  • schlechte bis gute Widerstandsfähigkeit gegen Erosion
  • mittlere Bearbeitbarkeit

Bodenaufbau

Ein Bodenprofil ist der Aufbau eines Bodens, der aus mehreren Horizonten besteht. Die Bodenhorizonte werden mit Großbuchstaben bezeichnet: A-Horizont (Oberboden), B-Horizont (Unterboden) und dem C-Horizont (Untergrund). Die Bodenart wird für den A-Horizont (Oberboden) angegeben. Die landwirtschaftlichen Maschinen bearbeiten auch nur den Oberboden.

© Müllerhof
Das Bodenprofil zeigt Ober- und Unterboden

 

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© Müllerhof
Links – Unterboden und rechts – Oberboden


Bodenfunktion

– Lebensraum für die natürliche Vegetation
– Standort für Bodenorganismen
– Boden als Ausgleichskörper im Wasserkreislauf
– Rückhaltevermögen des Boden für nicht sorbierbare Pflanzennährstoffe
– Filter- und Pufferfunktion des Bodens für sorbierbare Schadstoffe
– Puffervermögen des Bodens für saure Einträge
– Funktion des Bodens als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte
– Standort für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung


 

Bodenschutz

1. Bodenbearbeitung
Ich führe die Bodenbearbeitung nur bei trockener Witterung durch. Pflanzenreste lasse ich zum größten Teil auf der Bodenoberfläche liegen, um den Boden organische Substanz zum Erhalt und Steigerung des Humusgehaltes rückführen zu können. Nur ein geringer Teil wird zur Nutzung als Stroh abgefahren. Der Boden wird bei mir mit dem Grubber oder auch mit dem Pflug bearbeitet.

2. Bodenbedeckung
Ich lasse den Boden auch über den Winter mit Zwischenfrüchten, z. B. Phacelia, Kleegras, Ackerbohnen und abfrierenden Senf, bedeckt. Dies wirkt sich positiv auf die Bodenqualität aus und trägt zum Erosionsschutz bei.

3. Einsatz moderner Technik zur Vermeidung von Bodendruck
Um den Bodendruck zu reduzieren verwende ich breite Reifen für Schlepper und Erntefahrzeuge. Durch breite Reifen wird das Gewicht auf eine größere Aufstandsfläche verteilt. Des Weiteren nutze ich eine Reifendruckregelanlage, die die gleiche Wirkung wie breite Reifen erzielt. Mittels eines Knopfdrucks kann ich auf dem Acker den Reifendruck senken. Den Reifendruck kann ich den jeweiligen Bodenverhältnisse anpassen. Nach der Feldarbeit erhöhe ich bequem per Knopfdruck den Reifedruck für die Fahrt auf der Straße.

4. Gestaltung der Fruchtfolge
Wie oben genannt, baue ich Zwischenfrüchte an. „Zwischenfruchtanbau erhöht das Nahrungsangebot für Bodenorganismen. Zwischenfrüchte […] [werden bei mir gemulcht] und abgetrocknet, bevor sie locker, ohne Luftabschluss, eingearbeitet werden.

Mulchsaat ist günstig, weil ausreichend Erntereste auf der Bodenoberfläche zurückbleiben.
Bodenruhe unter [Phazelia-Kleegras-Gemisch] […] bringt den Vorteil, dass Pflanzenreste auf der Bodenoberfläche verbleiben und verrotten. Gleichzeitig wird dadurch der Lebensraum der Bodenorganismen in seiner Schichtlage erhalten.“ (Die Landwirtschaft, Pflanzliche Erzeugung, 12. Auflage, S. 91)

5. Precision farming
Unsere Traktoren sind mit einem GPS-Lenksystem, das eine Genauigkeit von 2 cm besitzt, ausgestattet. Dieses GPS-Lenksystem ist ein System, das über mehrere Satelliten koordiniert wird, und somit den Traktor auf dem Feld steuert. Die Vorteile eines GPS-Lenksystems sind präzises Fahren ohne Überlappung der bearbeiteten Ackerfläche, erhöhte Arbeitsqualität (gerades Fahren), Ermöglichung einer erhöhte Konzentration auf das Anbaugerät, Entlastung des Fahrers und reduzierter Stress.

6. Pflege von Landschaftselementen/ Kulturlandschaft pflegen und hegen
Kulturlandschaft pflegen und hegen bedeutet für mich den Boden z. B. vor Bodenerosion zu schützen. Hier habe ich verschiedene Möglichkeiten. Ein Feld das eine Hangneigung aufweist bearbeite und säe ich quer.

Eine weitere Möglichkeit für mich den Boden vor Bodenerosion zu schützen ist der Zwischenfruchtanbau.Ein weiterer Beitrag zum Bodenschutz kann dadurch geleistet werden, dass durch Anlage und Pflege von Landschaftselementen, wie Heckenstreifen, das Risiko beispielsweise von Winderosion vermindert wird. Des Weiteren bieten Heckenstreifen einen Rückzugsort für wilde Tiere und dienen der Überlebensfunktion von Bodenorganismen.